Oper, Skepsis und Gleisbau

[ … alles gut … ]
Elektroakustisches Musiktheater von Oper, Skepsis und Gleisbau
für acht Ordnungskräfte in fluoreszierenden Signalfarben mit uniformartigen Reflektorstreifen

In einer mathematisch ausgerechneten Unordnung von Dingen und Menschen, Wörtern und Tönen, erleben wir einen geometrisch organisierten Bühnen-Kosmos, in dem acht Performer in zahlreichen Einsätzen unsere Vorstellungen von Sicherheit und Ordnung in Frage stellen. Angesichts einer Welt, die sich in weiten Teilen so unbedingt nach Ordnung sehnt und andererseits Ordnungen so vielfältig bekämpft, sorgt das Ensemble Oper, Skepsis und Gleisbau für variable Sicherheiten, alternative Ordnungen und fragt nach dem Sinn von „Ordnung schaffen in einer unordentlichen Welt“.

“ … Das hat was von Dada und Absurdem Theater, auch der Geist von Pina Bausch scheint vorbeizuschauen, nicht nur in Gestalt eines kriechenden Etwas mit spitzem Rüssel … Musikalisch erinnert manches an den Experimentalismus, etwa ein Spielzeugauto, das über eine E-Gitarre fährt; anderes wie das gestengesteuerte Theremin führt zurück in die Gründerzeit der elektronischen Musik …“ (Klaus Albrecht am 4.6.2019 in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung und Neue Ruhr Zeitung)

Oper, Skepsis und Gleisbau versteht sich als Labor für klangbasierte Bühnen-Experimente und bewegt sich mit seinen tumulthaften Kompositionen durch einen Genre-Mix aus Computermusik, Schauspiel, Butoh, Trickfilm, Free-Jazz und Tanztheater. Wie in der Kinderliteratur zuletzt das „Wimmelbild“ als Erzählform Konjunktur hatte (und wie in den historischen Performances der frühen Dada-Bewegung die Simultan-Lesung von Lyrik-Texten Furore machte,) so spielt auch Oper, Skepsis und Gleisbau mit dem Zauber permanenter Parallelaktionen aus Klängen, Bildern und Texten.

[ … alles gut … ] wird finanziell ermöglicht durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, den Regionalverband Ruhr, das Kulturbüro der Stadt Essen sowie Oper, Skepsis und Gleisbau.

          

[ … alles gut … ] Uraufführung:  Maschinenhaus Essen, 1. Juni 2019

Oper, Skepsis und Gleisbau wurde 2015 von Stefan Kirchhoff und Frank Niehusmann als Duo für elektroakustische Musik gegründet und kurz darauf mit Peter Eisold zum Trio ergänzt. Im Programmheft des Duisburger Platzhirsch-Festivals 2017 wurde das Ensemble so beschrieben: „Zu hören ist eine Art Neue Musik voller elektronischer Klang-Miniaturen, filigraner Noise-Gespinste und rasanter Short-Beats: atomisierter, teilchenbeschleunigter Schredder-Jazz zwischen elektroakustischer Sound-Collage und atonaler Improvisation. Oper, Skepsis und Gleisbau schlagen musikalische Funken aus rohen Material-Ideen und polieren Randständiges auf digitale Eleganz. Das Trio spielt nackte Kunstmusik, die zwischen Komposition und Improvisation frontal durch die Wand geht. Das Trio ist eine der aufregendsten Formationen für kompromisslose Musik aus dem Ruhrgebiet.“ Seit 2018 arbeitet das Ensemble in erweiterter Besetzung im Bereich des experimentellen Musiktheaters.

Oper, Skepsis und Gleisbau 2019:
Anna Dimpfl (Tanz, Akkordeon)
Peter Eisold (Perkussion)
Thomas Kemper (Schauspiel, Tanz)
Stefan Kirchhoff (Gitarren)
Gilda Razani (Theremin)
Scarlett Schauerte (Alien Design, Performance)
Hanna Schörken (Gesang)
Erwin Wiemer (Video, Live-Kamera)
Kostüm: Anne Bentgens
Komposition/Texte/Regie: Frank Niehusmann

Fotos: Christian Spieß